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"Den Kunden besser verstehen" - Luc Graré Die koreanische Marke LG war beim Fachhandel etwas in Verruf geraten. Luc Graré, Commercial Director der LG Electronics Deutschland GmbH schätzt das sehr realistisch genau so ein. Aber auf der IFA versprach er hitec HANDEL, dass „sich alle Mühe geben“, um das alte Vertrauen in die Marke wieder herzustellen.
Luc Graré: Bei Null würde ich nicht sagen. Aber wir haben eine neue Generation bei LG, ein neues Zeitalter. Das merkt man nicht nur am IFA-Stand, sondern auch an der Organisation von
Luc Graré: Ja genau. Wir wollen sowohl den Kunden als auch den Handelspartner besser verstehen und unsere Produkte viel gezielter vermarkten.. Ein gutes Beispiel hierfür, das nicht aus unserer Industrie stammt, ist Procter & Gamble. P&G ist für Herrn Nam die Benchmark.Und diese Strategie setzen wir jetzt um: Wir haben uns seitdem gezielt mit neuen Mitarbeiter aus dem Bereich Consumer Goods verstärkt. Und zwar im Headquarter in Korea genauso wie auf lokaler oder europäischer Ebene. Mitarbeiter von Procter & Gamble, Unliever oder Kraft. Gleichzeitig haben wir mit McKinsey zusammen das Unternehmen und seine Prozesse auf den Prüfstand gestellt.
Luc Graré: Ja, seit Mitte letzten Jahres wird auf allen Ebenen verändert und verbessert und dieser Prozess ist auch zur IFA noch im Gange, um unsere Marketingfähigkeiten zu optimieren.
Luc Graré: Das zweite Thema ist die Globalisierung. Wir sind eine koreanische Firma, aber in China sollten wir eine chinesische, in Frankreich eine französische und in Deutschland eben eine deutsche Firma sein.
Luc Graré: Ja genau. Wir wollen die einzelnen lokalen Marktbedürfnisse besser verstehen. Und dieser Prozeß hat bereits in Korea angefangen: Mittlerweile haben nur noch zwei der sieben Vorstandmitglieder einen koreanischen Pass. Ich glaube, dass wir mit Stolz sagen können, dass wir das erste asiatische Unternehmen sind, bei dem der Vorstand hauptsächlich aus Ausländern besteht.
Luc Graré: Das ist nur der Anfang. Herr Nam hat angekündigt, dass er innerhalb von zwei Jahren mehr als 30 Prozent der lokalen Geschäftsführer, die heute Koreaner sind, durch lokale Geschäftsführer ersetzen will. Dies geschieht auch, um lokale Bedürfnisse der Handelspartner besser verstehen zu können.
Luc Graré: Wir haben in Deutschland derzeit eine ungestützte Markenbekanntheit von rund 26 Prozent. Unser Fokus gilt aber dem Aufbau einer eigenen Markenidentität. Fast alle asiatischen Hersteller haben hier ein deutliches Defizit, Marken wie beispielsweise Nike, Coca Cola oder Starbucks stehen bei den Konsumenten aber für ganz bestimmte Werte – und da wollen wir mit LG auch hin..
Luc Graré: Ja, wir haben letztes Jahr im Fachhandel verloren. Das hat – das kann ich ehrlich gestehen – auch damit zu tun, dass wir eine hohe Personalfluktuation hatten und damit auch eine gewisse Unruhe im Management. Da kann sich der Handel nicht mehr mit einer Marke identifizieren. Aber wir reagieren auf das Feedback des Handels: Im Bereich Braune Ware haben wir die Fachhandelsbetreuung neu strukturiert, indem wir die Vertriebsmannschaft aufgeteilt haben. Wir wollen, dass unsere Fachhandelspartner in den Regionen wieder ordentlich betreut werden. Wir wollen verstehen, was unsere Partner im Fachhandel bewegt und deshalb wird es ein ‚Team Fachhandel’ und ein ‚Team Flächenmärkte’ geben. Und wir werden das Team noch weiter aufstocken und suchen entsprechend qualifizierte Fachleute.
Luc Graré: Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, denn wir brauchen Mitarbeiter, die das Konzept mittragen und auch die Kompetenz mitbringen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir mit den beschriebenen Veränderungen auf einem guten Weg sind. Ein großes Stück dieses Weges liegt noch vor uns, aber wir setzen alles daran, um auch in der UE schnellstmöglich wieder ein guter Partner für den Handel zu sein.
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LG in Deutschland und der weltweiten Firmenstruktur. Wir haben in Korea seit Januar letzten Jahres einen neuen CEO, Young Nam. Er hat im wesentlichen drei grundsätzliche Änderungen vorgenommen. Erstens sagt er, dass die UE-Branche im eigenen Saft kocht: Wir werfen Produkte auf den Markt, mit immer besseren Spezifikationen und immer kürzeren Produktlebenszyklen. Das ist Unsinn. Wir sollten lieber Produkte entwickeln, die dem Kunden Nutzen bringen und seine Wünsche befriedigen, also auf „Consumer Insights“ (etwa: Kundenwünsche) basieren.